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Meine Geschichte mit dem Jakobsweg

Vor vielen, vielen Jahren als ich "nur" sehbehindert war und Sendungen im Fernseher noch gut verfolgen konnte, sah ich eine Dokumentation über den Jakobsweg. Es war so interessant für mich und in mir keimte der Wunsch, mich auch auf den Jakobsweg aufzumachen. Allerdings habe ich aufgrund meiner Schwerhörigkeit nicht verstanden, wo dieser Jakobsweg ist. Die Landschaften, das Wetter, die Tiere, die ich sah und die englische Sprache im Hintergrund waren in meiner Vorstellung nicht mit Europa verknüpft. Ich stellte mir vor, dass er irgendwo in den USA oder in Kanada wäre. Somit blieb es ein Traum, den ich mir niemals erfüllen könnte und ist in Vergessenheit geraten.

Nachdem sich mein Sehvermögen im Jahr 2010 sehr schnell verschlechterte und ich Ende 2010 vollends erblindete, ging ich in das Taubblindenwerk nach Hannover und machte dort eine soziale Rehabilitation, die 14 Monate dauerte. Der Leiter dieser Rehamaßnahme hieß Herr Jacobs. Durch seinen Namen erinnerte ich mich wieder an meinen längst vergessenen Traum und erzählte ihm davon. Ich sagte auch, dass ich mir diesen Traum nie werde erfüllen können, weil dieser Weg in den USA oder in Kanada ist. Herr Jacobs erwiderte, dass der Jakobsweg nicht in Amerika ist, sondern hier in Europa, in Spanien. Ich war total sprachlos. Trotzdem blieb es nur Traum, den ich nicht in die Tat umsetzen kann, denn jetzt bin ich TAUBBLIND! Blind und hochgradig schwerhörig ... träum weiter!

Ende 2014 war ich mit anderen taubblinden Menschen bei einer einwöchigen Freizeit im Schwarzwald. Dort habe ich mich mit einem taubblinden Mann auch über Jakobsweg unterhalten. Da klopfte der Traum vom Jakobsweg wieder an meine Tür. Seit September 2014 übernimmt ein Assistentin einmal in der Woche die Assistenz im Alltag. Kurz vor Weihnachten erzählte ich ihr bei Kaffee und Kuchen von meinem Traum, auf dem Jakobsweg zu pilgern. Sie sagte zu mir: "Ich würde dich sehr gerne auf dem Jakobsweg in Spanien begleiten". Wow, Gänsehautfeeling! Ich wusste gar nicht, was ich dazu sagen sollte. Darauf war ich nicht gefasst und konnte es auch nicht einordnen. War das möglich? Zu Weihnachten bekam ich von ihr mein erstes Hörbuch geschenkt. Hören ist anstrengend und ich selbst hätte mir nie eins gekauft. Es war das Hörbuch von Hape Kerkeling "Ich bin dann mal weg" , seine Erlebnisse von der Pilgerwanderung auf dem Jakobswegs. Dieses Hörbuch hatte ich dann zum ersten mal angehört. Es war nicht anstrengend, es war der Hammer! Ich habe es gleich sieben mal hintereinander angehört - ach was, ich habe die Ohren gespitzt, jedem Wort gelauscht, ich habe teilgenommen, ich bin mit Hape Kerkeling auf diesen Weg gewesen. Im Internet forschte ich nach dem Jakobsweg. Ich wollte alles erfahren über die Wege, die Berge und die Dauer des Wanderns.

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